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Die Ha Long Bay – sagenumwobenes Weltkulturerbe Vietnams

Ein jeder James-Bond-Film endet traditionell mit einem großen Showdown vor beeindruckender Kulisse – in „Der Morgen stirbt nie“ durfte sich Pierce Brosnan durch die Ha Long Bay im Nordosten Vietnams kämpfen. Der vietnamesische Name der Bucht lautet Vịnh Hạ Long – Bucht der herabsteigenden Drachen. Der Legende nach rührt der Name von der Entstehung der Bucht, als ein herabsteigender Drache mit seinem Schwanz tiefe Furchen in der Erde hinterließ.

Allerdings taucht der Name erst seit dem Ende des 19.Jahrhunderts nach merkwürdigen Seeschlangensichtungen durch einen französischen Lieutenant auf, davor wurde die Region als An Bang, Luc Thuy oder auch Van Don bezeichnet.

Heutzutage finden sich in dem rund 1.500 km² großen Gebiet, das im Süden durch den Golf von Tonkin, im Norden durch China begrenzt wird, keine Drachen mehr. Stattdessen wurde gut ein Viertel des Gebietes aufgrund seiner Unberührtheit durch den Menschen und seiner natürlichen Schönheit zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt. Die Wirtschaft in der Region ist durch den Fischfang geprägt und auch der Tourismus spielt zunehmend eine bedeutende Rolle.

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Das richtige Reisewetter für die Ha Long Bay

Das Wetter in der Ha Long Bay ist tückisch, sodass man seinen Besuch gut planen sollte, um nicht aufgrund von stürmischem Wetter oder schlechter Sicht auf dem Festland festzusitzen. Idealerweise bereist man die Bucht zwischen März und Juni oder im Oktober bis einschließlich November, da sich das Wetter dann mild und arm an unangenehmen Überraschungen zeigt, von Juni bis September kann man noch die etwas günstigere Nebensaison nutzen.

Möchte man in dieser Zeit aber an Schiffsrundfahrten teilnehmen, sollte man stets ein Auge auf aktuelle Sturmwarnungen haben. Nicht für Reisen in den Norden Vietnams zu empfehlen sind die Monate Dezember bis Februar: Während sich die Bucht im Dezember zwar bewölkt und kalt, aber meist ohne Regen zeigt, sind der Januar und Februar ungemütlich kalt, regnerisch und neblig.

Anreise nach Ha Long

Die Anreise ist auf vielen Wegen möglich, je nach persönlicher Abenteuerlust kann zwischen Bus, Bahn, PKW oder sogar Wasserflugzeug gewählt werden. Die meisten Routen führen von Hanoi aus entweder direkt nach Halong City oder über Haiphong nach Koh Bah, zur größten Insel des Archipels.

Zur Auswahl stehen zwei verschiedene Arten von Bussen – die typisch vietnamesischen Minibusse ab Gia Lam oder die komfortableren Reisebusse, welche in Hanoi ab der My Dinh Bus Station starten und in Bay Chai enden. Zwar sind die größeren Busse wesentlich bequemer und weniger abenteuerlich als die Minibusse, aber dafür muss ab Bay Chai das letzte Wegstück per Motorradtaxi zurückgelegt werden.

Ab Hanoi oder auch Nanning in Guanxi (China) kann auch eine geführte Reise gebucht werden, allerdings sind die Kosten hierfür um einiges höher als bei selbst geplanter Anreise. Weniger empfehlenswert ist es, die Strecke mit dem Zug zurückzulegen: Die Abfahrtszeit um 4:30 Uhr morgens ist nichts für Spätaufsteher und wenn der Zug dann noch verspätet ist, verpasst man die Anschlussfähre.

Wer individuell reisen möchte, sollte auf einen Mietwagen – wahlweise mit oder ohne Chauffeur – zurückgreifen. Allerdings gehört auch hierzu eine Portion Abenteuerlust, denn sowohl die Fahrzeuge als auch die Fahrkünste der Chauffeure befinden sich gern einmal in einem desolaten Zustand.

Ohne Frage am beeindruckendsten, aber auch am preisintensivsten, ist die Anreise mit dem Wasserflugzeug: Von Noibai aus dauert der Flug 45 Minuten und kann gegen Aufpreis um einen 15-minütigen Panoramarundflug erweitert werden. Nur so besteht die Chance, die großartigen Kalksteinformationen, welche aus dem jadegrünen Wasser der Bucht ragen, aus der Vogelperspektive zu genießen.

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Sehenswürdigkeiten in Ha Long Bay

Nicht umsonst wurde die atemberaubende Natur des Ha Long Archipels zum Weltkulturerbe erklärt, da es aber schwer werden dürfte, sämtliche 2000 Inseln zu besuchen, sollte man zumindest die wichtigsten Attraktionen nicht verpassen:

  • die Cat Ba Insel, die größte Insel der Bucht
  • schwimmende Dörfer
  • Fledermausgrotten
  • „The kissing rocks“ – eine Gesteinsformation
  • die Händler, welche direkt vom Boot aus ihre Waren verkaufen
  • die typisch vietnamesischen Städte Haiphong und Ha Long City

Aktivitäten Ha Long Bay

Die Ha Long Bay ist prädestiniert für Schiffsrundfahrten. Man kann entweder über einen der zahlreichen Anbieter vor Ort Themenfahrten buchen oder selbst mit den Bootsbesitzern individuelle Touren aushandeln. Zur Auswahl stehen viele historische Boote, zum Beispiel Drachendschunken. Per Schiff lassen sich die vielen Karstformationen besichtigen und viele verborgene Grotten entdecken.

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Weitere Reisetipps für einen Trip nach Ha Long Bay

In der Ha Long Bay gilt genau wie im Rest Vietnams ein einfaches Prinzip: Wer nicht handelt, zahlt zuviel. Bis zum Zehnfachen des eigentlichen Preises geht meist das erste Angebot, sodass durch hartnäckiges, aber freundlich bleibendes Handeln eine Menge gespart werden kann.

Zudem existieren in Vietnam nicht die für den durchschnittlichen Mitteleuropäer gewohnten Sicherheitsstandards oder werden geflissentlich ignoriert. In der Ha Long Bay kommt es daher immer wieder zu teils tödlichen Unfällen, wenn marode Schiffe zwischen den Kalkfelsen kentern oder waghalsige Manöver mit Bus oder Auto nicht gelingen. Umso wichtiger ist es, selbst auf mögliche Gefahren zu achten und ggfs. auf eine Tour zu verzichten, sollte einem das gewünschte Verkehrsmittel von Beginn an nicht sicher erscheinen.

Übrigens ist die Ha Long Bay bekannt für ihre Austernzucht – als Reisender sollte man es also nicht versäumen, eine der zahlreichen Spezialitäten mit Austern zu testen.

2017-04-06T08:52:52+00:00

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