• Malaria und Mückenschutz in Vietnam

Malaria und Mückenschutz in Vietnam

Malaria zählt zu den häufigsten Infektionskrankheiten und tritt gehäuft-andauernd in über 100 Ländern auf. Dazu zählt auch Vietnam. Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt jährlich um die 216 Millionen Menschen, die an Malaria erkranken. Wird das Sumpffieber direkt nach der Infektion behandelt, ist es heilbar. Wer eine Reise nach Vietnam plant, sollte sich daher unbedingt im Vorfeld gründlich mit dieser Thematik auseinandersetzen und entsprechende Vorkehrungen treffen.

Was ist Malaria?

Bei Malaria handelt es sich um eine gefährliche Infektionskrankheit, die auch als Wechselfieber oder Sumpffieber bezeichnet wird. Ausgelöst wird sie über einzellige Parasiten (Plasmodien). Die Bezeichnung Malaria heißt frei übersetzt „schlechte Luft“. Diese Bezeichnung liegt darin begründet, dass Malaria häufig in Gebieten entsteht, die sich durch eine modrig/schlechte Luft auszeichnen, wie zum Beispiel in Sumpfgebieten.

Dabei wird Malaria von der sogenannten Anophelesmücke übertragen und diese hält sich bevorzugt in sumpfigen und warm-feuchten Gebieten auf. Aus diesem Zusammenhang ist die Bezeichnung Malaria entstanden.

Wie erfolgt die Infektion?

Die Parasiten, die für Malaria verantwortlich sind, benötigen zwei Wirte, in diesen leben sie in verschiedener Gestalt. Der Hauptwirt ist in diesem Fall die Mücke und der Zwischenwirt der Mensch. Über den Stich der infizierten Anophelesmücke wird der Krankheitserreger, die Plasmodien in den menschlichen Körper übertragen. Hier vermehren sie sich in der Leber, um dann im späteren Verlauf zu streuen und die roten Blutkörperchen zu befallen. Die roten Blutkörperchen platzen dann irgendwann, wodurch die neu gebildeten Krankheitserreger erneut in die Blutbahn gelangen.

Der Körper reagiert darauf mit Fieber. Da sich die Plasmodien in den Blutkörperchen in Zyklen entwickeln, tritt auch das Fieber in Schüben auf. Wie lang ein Zyklus dauert, hängt immer ganz individuell vom jeweiligen Organismus haben. Er kann zwischen 24 und 72 Stunden betragen. Dies hängt aber auch immer von der jeweiligen Malariaform ab. Die gefährlichste Malariaform nennt sich Malaria tropica.

Inkubationszeit:

  • Malaria tropica: 7 bis 20 Tage
  • Malaria tertiana: 12 bis 18 Tage
  • Malaria quartana: 18 bis 50 Tage

Malaria in Vietnam: Welche Schutzvorkehrungen sollten getroffen werden?

In Vietnam tritt Malaria das ganze Jahr, allerdings regionsabhängig auf. Um die 66 Prozent aller Malaria-Erkrankungen werden in Vietnam durch die gefährliche Form hervorgerufen. Diese trägt den Namen „Plasmodium falciparum“.

Des Weiteren sind Infektionen mit „Plasmodium knowlesii“ möglich, wobei es sich um eine Art von Parasiten handelt und zwar aus der Familie der Plasmodien. Es wird auch zunehmend von sogenannten Arteminisin-Resistenzen berichtet. Alles in allem spricht man von einem mittleren Malaria-Risiko im zentralen Hochland und zwar unterhalb 1.500 m südlich des 18 Breitengrades.

Dies umfasst folgende Provinzen:

  • Gia Lai
  • Kon Tum
  • Dak Lak
  • Binh Phuoc
  • Dak Nong
  • das Hinterland der Küstengebiete von: Ninh Thuan, Quang Tri, Quang Nam, Khanh Hoa
  • weniger ausgeprägt ist das Risiko hier: kompletten Süden mit dem Mekong-Delta

Hinweis: Das mittlere Risiko ist in der Regenzeit erhöht und in der Trockenzeit geringer.

Ein geringes Risiko bzw. gar kein Risiko für Malaria besteht im Norden und in den Küstenregionen von Vietnam. Die Stadtgebiete inklusive Ho Chi Minh Stadt und der Großraum Hanoi bis hin zur Halong Bucht sind sogar malariafrei.

Kann man sich gegen Malaria impfen lassen?

Eine Impfung gegen Malaria gibt es leider nicht. Dies liegt daran, dass es eine Vielzahl verschiedener Malaria-Erreger gibt, so dass die Entwicklung eines Impfstoffs enorm erschwert wird. Umso wichtiger ist es andere Schutzvorkehrungen zu treffen.

Mückenschutz in Vietnam: Was beachten?

Wichtig ist, dass alle Reisenden körperbedeckende helle Kleidung tragen in Form von langen Hemden und Hosen. Den ganzen Tag über sollten auf alle freien Körperstellen ein Insektenschutzmittel und zwar ganztägig gegen Denguefieber und in den Abendstunden und nachts gegen Malaria aufgetragen werden und zwar wiederholend. Des Weiteren sollte man unter einem imprägnierten Moskitonetz schlafen.

Beim Kauf von einem Moskitonetz sollte darauf geachtet werden, dass es engmaschig gewebt ist, aber so dass eine Luftzirkulation noch erfolgen kann. Da Malariamücken sehr klein sind, schaffen sie es nämlich auch problemlos durch weitmaschige Moskitonetze hindurch. Je nach dem Reiseprofil für das Risikogebiet besteht auch die Möglichkeit eine Notfall-Selbsttherapie oder eine Chemoprophylaxe durchführen zu lassen.

Allerdings können hier Nebenwirkungen auftreten, so dass diese nicht ohne Rücksprache mit einem Reisemediziner oder Tropenmediziner eingenommen werden sollten.

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Chemische Mückenschutz-Präparate

N,N-Diethyl-Toluamid (DEET)
Bei DEET handelt es sich um einen Insektenabwehrstoff, der in der Regel rezeptfrei erhältlich ist. Dieser sollte eine angemessene Konzentration von mindestens 30 Prozent an DEET aufweisen. Trotzdem muss dieser Schutz wiederholt aufgetragen werden. Vor Gebrauch immer die Packungshinweise beachten. Grundsätzlich weisen die Malaria-auslösenden Mücken eine hohe Toleranz gegen DEET, weshalb es großzügig verwendet werden sollte. Allerdings kann eine zu hohe Konzentration Plastik anlösen.

Picaridin
Ein weiteres Präparat in diesem Segment nennt sich Picaridin. Es weist bereits ab 20 Prozent eine gute Wirkung auf und hat zudem noch den großen Vorteil, dass es eine bessere Plastikverträglichkeit als DEET aufweist.

Natürlicher Insektenschutz
Wer auf die chemische Keule verzichten möchte, kann auch auf einen natürlichen Insektenschutz ausweichen. Zu empfehlen sind hier ätherische Öle wie Citronella. Diese Stoffe wirken zwar gegen Mücken, müssen aber leider in sehr kurzen Abständen wieder auf die Haut aufgetragen werden. Para-Menthan-diol, kurz PMD, wird eine hohe Wirksamkeit nachgesagt und zwar insbesondere gegen Anopheles Mücken.

Weitere nützliche Maßnahmen gegen Mücken

Leider kursieren in diesem Bereich auch viele Tipps, die leider keine Wirksamkeit gegen Mücken aufweisen. Dazu zählt Schall, ultraviolettes Licht oder Klebestreifen. Besser geeignet sind unter anderem sogenannte Räucherspiralen. Leider können diese Spiralen zu Nebenwirkungen in Form von Übelkeit und Schwindel führen.

Daher ist diese Methode im Umfeld von Schwangeren, Säuglingen und Kleinkindern und in geschlossenen Räumen nicht zu empfehlen. Besser geeignet ist in diesem Fall eine Mückenfalle. Diese wird im Freien aufgestellt und fängt je nach gewählter Variante einheimische Blutsauger oder Gelbfiebermücken und damit verwandte Arten.

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Reisende erstellen sich in der Regel eine Packliste, um nichts Wichtiges zu vergessen. Darauf sollten nicht nur wichtige Kleidungsstücke und weiteres Equipment stehen, sondern auch alles notwendige für einen umfangreichen Mückenschutz. Unverzichtbar ist ein hochwertiges Moskitonetz, welches kastenförmig ist und mit angemessener Maschenweite.

Bildnachweis: https://unsplash.com/search/vietnam-forest?photo=MX8GR1Umwr8  (CC0 1.0)

2017-05-11T11:31:08+00:00

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Mein Name ist Nguyen und Ich schreibe auf IamVietnamese.de. Wenn ihr mehr über I Am Vietnamese erfahren wollt, dann schreibt mir einfach eine persönliche Nachricht. Viel Spaß beim Lesen!

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