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Die alte vietnamesische Kaiserstadt Hue

Vietnam war über Jahrhunderte ein Spielball der Mächte, eine geschundene Nation mit einer reichen Geschichte, die sich noch immer insbesondere in den alten Städten des Landes widerspiegelt. So in Hue, der alten Metropole des Kaiserreichs, wo zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert die Nguyen-Dynastie die Geschicke des Landes lenkte.

Nguyen Anh verlegte die Hauptstadt von Thang Long nach Hue, ließ sich zum Kaiser krönen und baute nach dem Vorbild Pekings einen Palast und die purpurne Verbotene Stadt, die heute zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. An den Ufern des Parfümflusses entstanden eine Zitadelle, das Handelszentrum Phu Cat und südlich des Zentrums die palastartigen Kaisergräber. Zweifellos ist Hue das Highlight einer Reise durch Vietnam.

In Hue schlägt das buddhistische Herz Vietnams

buddhistische Herz

Manches haben die Indochina-Kriege an alten Werten auch in Hue zerstört, doch wer heute durch diese Stadt bummelt, der wird sehr bald die ungewöhnliche Melancholie der Kaiser-Metropole spüren. In dreihundert Tempeln und Pagoden Hues schlägt das buddhistische Herz Vietnams zwischen den grünen Reisfeldern und den malerischen Hügeln der Umgebung.

Die 13 Kaiser der Nguyen-Dynastie waren den schönen Künsten zugetan und umgaben sich mit einem Hofstaat, mit den benachbaren Chinesen als Vorbild und Maßstab. Noch immer umschließt eine elf Kilometer lange Mauer die Stadt mit ihrer Zitadelle, die über eine Brücke erreichbar ist. Zur Kaiserstadt öffnet sich das Ngo Mon-Tor (Mittagstor), ein Punkt, den sich der Kaiser wählte, wenn er wichtige Beschlüsse zu verkünden hatte.

Eine Zitadelle mit Pagoden und Pavillons

Prunkstück des kaiserlichen Palastes ist die „Halle der höchsten Harmonie“, die der Herrscher nur zu offiziellen Empfängen und bei wichtigen Festen betrat. Ihr mächtiges Dach wird von achtzig geschnitzten Säulen getragen. Die gesamte Anlage wird von einem vier Meter tiefen Wassergraben umgeben und ist keineswegs eine seelenlose Welt aus Beton.

Vielmehr ist die weitläufige Zitadelle von Hue eine blühende Landschaft mit Gärten und Seen, mit Pagoden und idyllischen Pavillons. Die alte Kaiserstadt beherbergte auch ein Theater und eine Bibliothek. Teile des märchenhaften Komplexes fielen allerdings dem Bombenhagel der Kriege zum Opfer, doch manches wurde dank der Unterstützung der UNESCO restauriert. Geblieben ist ein Ort voller Poesie.

Pagoden und Pavillons

Die traurige Geschichte des Kaisers Tu Duc

Die Geschichte der Stadt Hue ist auch die des kleinen Kaisers Tu Duc, der von 1847 bis 1883 regierte und von dem es hieß, er hätte sich mehr als hundert Konkubinen geleistet. Doch einen Nachfolger bekam er nicht, da ihn eine Pocken-Erkrankung in jungen Jahren unfruchtbar machte.

Den nur 1,43 Meter großen Kaiser Tu Duc preist die Historie als feinsinnigen Dichter, der es liebte, beim Schein des Mondes über den See der Verbotenen Stadt zu rudern. Aber er war wohl auch ein unglücklicher Herrscher seines Landes, und als er seinen Einfluss an der Biegung des Parfümflusses an die Kolonialmacht Frankreich verlor, zog er sich schwermütig in seine Grabanlage vor den Toren der Stadt zurück.

Kaiserliche Gräber am Ufer des Parfümflusses

Parfümflusses

Manche Kenner Hues meinen, dass die wirklichen Schätze der Stadt schon immer im Verborgenen ruhten. Es sind unter anderem die eindrucksvollen Grabanlagen von Kaiser Duc Duc, der im Jahr 1983 nur drei Tage lang regierte und dann vermutlich einem Giftanschlag zum Opfer fiel. Die insgesamt sieben Grabstätten aus der Zeit der Nguyen-Dynastie erreicht man am besten im Rahmen einer Fahrt auf dem Parfümfluss.

Dabei passiert das Drachenboot die Thien Mu-Pagode, die mit ihrem 21 Meter hohen achteckigen Turm zu den bekanntesten Bauwerken Vietnams gehört. Die Kaisergräber differieren in Form und Ausdehnung. Das des unglücklichen Herrschers Tu Duc passt sich mit Seen und Brücken nahtlos der Umgebung an und ist eine Stätte voller Melancholie. Majestätisch wirkt dagegen das Grab des Kaisers Khai Dinh – es ist gleichermaßen Mausoleum und Denkmal.

Der parkende Austin des Mönchs Thich Quang Duc

Mit der Stadt Hue verbindet Vietnam einen wichtigen Teil seiner Geschichte. In der Garage des Klosters der Thien Mu-Pagode parkt ein himmelblauer Austin. Mit diesem Auto ließ sich der Mönch Thich Quang Duc im Juni 1963 nach Saigong fahren, um sich dort an einer Straßenkreuzung mit Benzin zu übergießen und zu verbrennen. Dies war sein verzweifelter Protest gegen den Präsidenten Ngo Dinh Diem, der die Buddhisten unterdrückte. Das Bild ging um die Welt und führte später zum Sturz des Diktators.

Sehenswert ist in Hue auch das Ho-Chi-Minh-Museum mit zahlreichen authentischen Fotos des vietnamesischen Revolutionärs. Außerhalb der Stadt dehnt sich der Bach-Ma-Nationalpark mit seinen zahlreichen stillen Seen und den tropischen Wäldern aus. Der Do-Quyen-Wasserfall ist ein beliebtes Fotomotiv.

Die vietnamesische Küche hat kulturellen Status

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Hue liegt hinter dem oft nebelverhangenen Wolkenpass. Er trennt die Klimazonen von Nord- und Südvietnam. Da es nördlich des Passes häufig regnet, kann es in der alten Kaiserstadt zwischen November und März recht kühl werden.

Die besten Hotels der Stadt befinden sich fast ausnahmslos in der Nähe der Parfümflusses. Einige Häuser internationaler Ketten verfügen über einen Spa-Bereich. Unterkünfte gibt es für jeden Geldbeutel – von Backpacker-Pensionen bis zu Luxushotels.

Über einen exzellenten Ruf verfügt die Gastronomie Hues. Schon zu den Zeiten der kaiserlichen Herrscher hatte die schmackhafte Küche für die Menschen dieser Region einen kulturellen Status. Wer die würzige vietnamesische Küche mag, der findet in Hue zahlreiche erstklassige Restaurants. Auch Vegetarier kommen dort auf ihre Kosten.

Dank der guten Verkehrslage spielt der Tourismus in der Stadt eine überragende Rolle. Eine Bahnlinie verbindet Hue mit Hanoi im Norden und Ho-Chi-Minh-Stadt im Süden. Vom Airport Phu Bai werden internationale Ziele bedient.

2017-04-06T08:52:52+00:00

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