• Phu Quoc

Phu Quoc – Vietnam vor der Haustür Kambodschas

Phu Quoc ist die größte Insel Vietnams. Sie liegt quasi vor der Haustür des Nachbarn Kambodscha und hat eine Landfläche von fast sechshundert Quadratkilometern. Wer sich in Südostasien nach einem schönen Strand umschaut, der kommt an Phu Quoc nicht vorbei, denn der Sand ist dort muschelweiß, die Palmen wiegen sich im milden Wind, das Wasser ist fast an allen Stellen sehr sauber und die grünen Hügel verleihen der Landschaft ein tropisches Antlitz. Es gibt zwei Wege, auf die Insel zu gelangen.

Foto: Zoe Shuttleworth Flickr.com  (CC BY 2.0)

Die meisten Urlauber kommen mit der Fähre aus den vietnamesischen Hafenstädten Rach Gia oder Ha Tien und sind von dort – gutes Wetter vorausgesetzt – etwa eineinhalb bis zweieinhalb Stunden unterwegs. Schneller geht es mit dem Flugzeug aus Saigon, Hanoi, Can Tho oder aus Singapur zum internationalen Flughafen auf Phu Quoc.

Spektakuläre Riffe und ein großer Fischreichtum

Die schönsten und qualitativ besten Resorts haben sich an der Westküste der Insel etabliert. Dort präsentiert sich das Meer an schönen Tagen fast immer azurblau oder türkis und die Strände eignen sich ideal als Ausgangspunkte zu interessanten Tauch- oder Schnorchel-Exkursionen. In den Hotelanlagen oder in den diversen Tauchshops der Region können diese Unterwasser-Abenteuer gebucht und die Ausrüstung gemietet werden.

Die Korallenriffe vor den An Tho Inseln und vor Turtle Island sind die spektakulärsten des südostasiatischen Landes. Die Unterwasserwelt ist vielseitig und der Fischreichtum enorm. Einige abgelegene Abschnitte sind auf Phu Quoc allerdings nur über unbefestigte Wege zu erreichen. Doch an der Sao Beach wird der Urlauber dann durch naturbelassene und einsame Strände belohnt.

Zum Sonnenuntergang mit dem Roller zur Westseite

Ein Motorroller ist auf Phu Quoc ein gutes Transportmittel, denn das Netz der Straßen ist auf der Insel gut und die interessantesten Punkte sind nur motorisiert zu erreichen. Ein Highway verbindet den Norden mit dem Süden und wird von Autos nur wenig frequentiert. Wer die „Autobahn“ nicht mag und statt dessen in die Nebenstraßen abbiegt, der kommt eher mit der Bevölkerung in den malerischen Dörfern in Kontakt.

Alle Wege führen auf Phu Quoc durch schöne Naturlandschaften, und wer sich in den Abendstunden an der Westseite der Insel aufhält, der darf sich auf einen tollen Sonnenuntergang freuen. Im übrigen ist dieser wegen der geographischen Lage Vietnams nur hier zu bewundern. Ein „Luxus“, den die östlicher gelegenen Badeorte des Festlandes, Nha Trang oder Phan Thiet, nicht zu bieten haben.

sonnenuntergang phu quoc

Foto: Kyle Taylor Flickr.com (CC BY 2.0)

Die einstige Folterstätte „Coconut Prison“

Schon zu Zeiten der französischen Kolonialzeit hatte Phu Quoc in Asien den Ruf einer „Folterkammer“. Dies war während des Vietnam-Krieges eine berüchtigte Gefängnisinsel. Die Häftlinge rodeten den Urwald und legten dort Pfefferplantagen oder Kokoshaine an. Cochinchina nannte man diese Region und das „Coconut Prison“ im Süden der Insel ist heute ein Museum und gibt Aufschluss über die Greuel dieser Zeit. Anhand von Puppen wird anschaulich dargestellt, wie die Gefangenen damals in Drahtkäfigen hausten.

Fünf Autominuten von diesem Gefängnis entfernt befindet sich im übrigen die Bai Sao Beach, von der die Einheimischen behaupten, dies sei der schönsten Strand der Insel. Interessant ist auch ein Besuch der Hauptstadt Duong Dong mit ihrem lebhaften Nachtmarkt und einer Straße, an der sich etliche Restaurants aneinander reihen. An der Tran Hung Dao, der Hauptstraße, gibt es sogar einige Discotheken.

Menschenleere Pfaden im dichten Dschungel

Der Norden Phu Quocs präsentiert einige Touristen-Attraktionen. So den großen Wasserpark „Vinpearl“ und den in unmittelbarer Nähe liegenden „Vinpearl-Safari-Park“ mit etlichen exotischen Tieren. Südöstlich davon dehnt sich der einzige Nationalpark der Insel aus – mit dem Wasserfall Suoi Tranh, der allerdings nur in der Regenzeit als solcher zu bezeichnen ist.

Fast immer menschenleere Pfade führen durch die Wälder des kaum zu durchdringenden Dschungels. Hier und da öffnen sie sich an den für Phu Quoc typischen Pfefferplantagen. Einige von ihnen freuen sich, wenn Urlauber vorbei schauen und sich für die Arbeitsweise und für den Alltag der Menschen interessieren. Die Bewohner der ländlichen Regionen sind überaus gastfreundlich und aufgeschlossen.

Tintenfische und friedliche Seekühe

Der gesamte Reichtum des Meeres zeigt sich auf dem Fischmarkt am Hafen von Duong Dong. Er öffnet erst nach Sonnenuntergang seine Pforten. Wer die Fischer bei ihrer Tätigkeit auf hoher See begleiten möchte, der sollte sich in den Touristenzentren der Insel nach Anbietern umschauen. Es ist ein Erlebnis der besonderen Art, von einem der bunten Boot einen Tintenfisch zu angeln.

Oder östlich der Strände Phu Quocs mit den friedlichen Seekühen zu tauchen, die dort noch immer anzutreffen sind und unter einem strengen Artenschutz stehen. An Thoi zählt zu den wenigen größeren Städten. Sie befindet sich an der südlichen Peripherie Phu Cuocs und ist der Ausgangspunkt für Bootstouren zu den vorgelagerten Inseln.

fish phu quoc

Foto: Kate Ewing Flickr.com (CC BY 2.0)

Nuoc Mam – eine Sauce auch für den Export

Die Insel vor der kambodschanischen Küste hat auch wegen ihrer gastronomischen Eigenarten einen guten Ruf. Scharf sind fast alle Gerichte – in den Garküchen und in den noblen Restaurants. Von der Fischsoße Nuoc Mam sind die Einheimischen überzeugt, dass sie die beste in Vietnam ist. Die Basis dieser Saucen wird aus Anchovis gewonnen, die Fischer in den umliegenden Gewässern ernten.

Fast zehn Millionen Liter Nuoc Mam wird Jahr für Jahr auf Phu Cuoc produziert und sogar nach Europa exportiert. Sie schmeckt am besten im Einklang zu den Früchten des Meeres. Und die gibt es in allen erdenklichen Variationen in den Restaurants der Insel. Am besten mundet dazu ein Bier, das selbst in den Wellblechhütten eiskalt serviert wird.

Für die Zukunft sind Golfplätze in Planung

Wer von seinem Urlaub in Südostasien erwartet, dass dort die Nacht zum Tage gemacht wird, der wird von Phu Cuoc enttäuscht sein. Denn hier findet man keine Partiemeile wie an manchen Gestaden der thailändischen Bucht. Es geht gemächlich zu auf dieser Insel, und auch das hat seinen Reiz. Die beste Zeit, in den Süden Vietnams zu reisen, ist jene von November bis April, wenn das tropische Klima erträglich ist. Die Regenzeit, häufig von heftigen Stürmen begleitet, ist zwischen Juni und Oktober. Phu Cuoc ist eine Insel für jedermanns Geldbeutel. Hier fühlen sich Backpacker und Pauschaltouristen gleichermaßen wohl. Und für die Zukunft sind dort sogar Golfplätze geplant.

2017-04-06T08:52:52+00:00

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